Salwey,
Weihnachtsbrief an die Bürgerinnen und Bürger von Salwey
Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger von Salwey,
in diesen Tagen, wenn das Jahr sich neigt und der Duft von Tannengrün und Kerzen unser Dorf erfüllt, halten viele von uns für einen Moment inne. Wir blicken zurück – auf ein Jahr voller Begegnungen, voller kleiner und großer Augenblicke, die uns als Gemeinschaft getragen haben.
Wie oft hat man in diesem Jahr gesehen, was Salwey ausmacht: Menschen, die anpacken, die feiern, lachen, sich engagieren – und füreinander da sind. Bei all unseren Veranstaltungen war dieser Geist zu spüren. Beim Weihnachtskonzert unseres Kirchenchores zusammen mit ver“Chor“kst, das uns mit seinen Klängen tief berührt hat, stand nicht nur Musik im Mittelpunkt, sondern das Gefühl, hier in diesem Moment näher zusammenzurücken.
Ein Höhepunkt des Jahres war wie immer unser Schützenfest. In diesem Jahr hat die emotionale Ehrung von Anton Kaiser am Samstag viele Herzen bewegt. Sie hat uns daran erinnert, dass diejenigen, die unser Dorf geprägt haben, auch dann Teil unserer Gemeinschaft bleiben, wenn sie nicht mehr wie früher inmitten des Dorflebens stehen können. Dankbarkeit, Erinnerung und Verbundenheit – das macht ein Dorf aus.
Sehr berührend war auch die Nikolausveranstaltung in der Schützenhalle in Niedersalwey. Die strahlenden Kinderaugen, die gespannte Stille und das ehrliche Staunen, als der Nikolaus eintrat, haben uns gezeigt, wie wertvoll Traditionen sind. Diese Rituale, diese Bräuche – sie schenken unseren Kindern Freude, Geborgenheit und Orientierung. Und sie erinnern uns Erwachsene daran, wie wichtig es ist, unser kulturelles und christliches Erbe nicht aufzugeben. Nicht aus Trotz, sondern aus Überzeugung – weil sie Teil unserer Identität sind und uns guttun.
Ein ganz besonderer Dank gilt in diesem Jahr auch Detlef Galle-Eickhoff, unserem Küster. Mit viel Herzblut überrascht er uns immer wieder – durch liebevoll gestaltete Ausstellungen oder eine festlich geschmückte St.-Sebastian-Kirche. Gerade solches Engagement ist in dieser Zeit nicht selbstverständlich. Lieber Detlef, an dieser Stelle noch einmal: Alles Gute nachträglich zu deinem 60. Geburtstag und vielen Dank für deine wertvolle Arbeit!
Und auch unserem Pastor, Herrn Ludger Vornholz, gilt ein herzliches Dankeschön. Keine Andacht, keine Messe und kein Hochamt ist wie die andere. Mit Herz, Mut und offenen, ehrlichen Worten regt er uns Woche für Woche zum Nachdenken an, schenkt Orientierung und spendet Segen. Seine Arbeit trägt maßgeblich dazu bei, dass unser Glaube lebendig bleibt und unsere Gemeinde zusammenhält.
Und auch wenn nicht alle hier namentlich erwähnt werden können, so gilt unser Dank all jenen, die sich das ganze Jahr über in unseren Vereinen engagieren und im Hintergrund wirken. Frauen, Männer oder auch Kinder, die anpacken, Rasen mähen, organisieren, planen, putzen, vorbereiten, aufräumen, mitdenken und mithelfen – oft, ohne dass es jemand sieht oder sie dafür Beifall bekommen. Wie die junge Generation sagen würde: Ehrenmann. Ehrenfrau.
Und ganz ehrlich: genau das seid ihr. Diese stille Arbeit ist unverzichtbar für ein funktionierendes Miteinander. Ohne euch wäre unser Dorf nicht das, was es ist.
Memento mori. Memento vivere. Tempus fugit.
Ein Gedanke hat mich in diesem Jahr besonders begleitet und den Weg mit Farbe unter meine Haut gebracht:
Memento mori. Memento vivere. Tempus fugit.
Gedenke der Endlichkeit. Gedenke zu leben. Die Zeit flieht.
Dieser Gedanke ist nicht nur eine alte Weisheit, sondern fand im letzten Jahr sogar seinen Weg in die moderne Kultur. Memento Mori war der Titel der Konzerttour der britischen Pop- und meiner persönlichen Lieblingsband Depeche Mode – und zugleich der Name des Kinofilms, der in diesem Jahr in Erinnerung an das verstorbene DM-Bandmitglied Andrew Fletcher erschien.
Gerade dieser Film und die Geschichte dahinter haben mich nach dem Tod meines Bruders Jörg im Jahre 2024 wieder einmal zum intensiven Nachdenken gebracht. Darüber, wie schnell das Leben enden kann. Darüber, dass wir nicht alles beeinflussen können. Und darüber, wie wichtig es ist, rechtzeitig innezuhalten und die Zeit die uns bleibt miteinander zu nutzen, langsamer zu werden. Den Fokus auf das zu legen, was wirklich zählt: Familie, Freundschaft, Gemeinschaft, Glaube, Gesundheit – und die Momente, die man bewusst erlebt, statt sie nur zu durchlaufen. Und auch darauf, dass zu tun, wonach einem gerade der Kopf steht.
Wir mussten in diesem Jahr aber auch Abschied nehmen. Menschen, die uns nahestanden, die hier gelebt, gewirkt und Spuren hinterlassen haben. In ihrer Erinnerung liegt Trauer – aber auch Dankbarkeit. Und an jedem Tag, den wir geschenkt bekommen, liegt ein Stück Verantwortung: das Leben bewusst zu würdigen, den Moment zu sehen, den Menschen neben uns wahrzunehmen.
Diese Erinnerung an unsere Lieben schmerzt – aber sie schenkt auch Klarheit. Und vielleicht ist das der größte Sinn hinter „Memento“: dass wir uns nicht nur des Endes bewusst werden, sondern gerade deshalb das Leben wertschätzen. Wir werden diese Personen nie vergessen.
Weihnachten als Einladung
Weihnachten lädt uns ein – nicht zu Perfektion, sondern zu Menschlichkeit.
Zu Dankbarkeit für das, was war.
Zu Hoffnung für das, was kommt.
Zu Mut, Traditionen zu bewahren und gleichzeitig Frieden zu leben.
Zum Schluss möchte ich mich von Herzen für das durchweg positive Feedback zur Arbeit an Salwey-aktiv.de bedanken. Jede Rückmeldung, jeder Zuspruch und jedes aufmunternde Wort zeigt mir, dass die Zeit und Mühe, die in dieses Projekt fließen, ihren Sinn haben.
Ich wünsche allen Bürgerinnen und Bürgern von Salwey ein gesegnetes Weihnachtsfest, stille, frohe Stunden im Kreis der Menschen, die wir lieben, und ein neues Jahr voller Gesundheit, Frieden, Mut und Zuversicht.
Memento vivere – Gemeinsam Leben gestalten.
Mit weihnachtlichen Grüßen
Frank Altenhoff
Initiator von Salwey-aktiv.de



